Frühzeitige Einblicke in die Industrie
Die KS Kolbenschmidt GmbH ist mit der Ludwig-Frohnhäuser-Schule (Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule) in Bad Wimpfen eine Bildungspartnerschaft im gewerblichen Ausbildungsbereich eingegangen. Ziel dieser Partnerschaft ist es, jungen Menschen frühzeitig Einblicke in die Industrie zu vermitteln und sie mit Organisation, Arbeitsabläufen, Prozessen und Arbeitsweisen eines Industrieunternehmens vertraut zu machen. Ferner sollen ihnen Informationen über Ausbildungsmöglichkeiten wie auch über Bewerbungstechniken an die Hand geben, Hemmschwellen abgebaut und so die Entscheidungsfindung für die spätere Berufswahl und die Chancen bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz erhöht werden. Die Schüler haben damit die Möglichkeit, in einem realen Arbeitsumfeld außerhalb der Schule Erfahrungen zu sammeln.
Interessierte Schüler der 8. Klasse der Wimpfener Schule können an bis zu drei thematischen Modulen bei Kolbenschmidt teilnehmen. Dies geht von einer vornehmlich auf Informations-
vermittlung ausgelegten ersten Veranstaltung zum Kennenlernen über ein themenbezogenes Modul, in dem sowohl die Entwicklung der Präsentationsfähigkeiten der jungen Menschen als auch die Vermittlung motorentechnischer Kenntnisse im Vordergrund stehen, bis hin zu einem maximal einwöchigen Praktikum in der Fertigung des Neckarsulmer Zulieferunternehmens.
Für Schüler mit Hauptschulabschluss bietet das Unternehmen in Neckarsulm die Ausbildungsberufe Zerspanungs-, Industrie-, Gießerei- und Werkzeugmechaniker sowie Fachkraft für Lagerlogistik.
KS Kolbenschmidt beschäftigt zurzeit rund 40 Auszubildende und stellt pro Jahr in den genannten Berufen ungefähr sechs bis sieben neue Auszubildende ein. Insgesamt sind in allen Gruppenunternehmen am Standort Neckarsulm rund 80 Auszubildende beschäftigt.
„Fit fürs Leben“ durch Allianz zwischen Schule und Unternehmen
KS Kolbenschmidt und die KS Aluminium-Technologie haben mit der Horneckschule in Gundelsheim eine Bildungspartnerschaft im gewerblichen Ausbildungsbereich geschlossen. Ziel des Kooperationsvertrags mit der Grund-, Haupt- und Realschule ist es, jungen Menschen frühzeitig Einblicke in die Arbeitswelt zu vermitteln. Darüber hinaus sollen diese mit der Organisation, den Arbeitsabläufen, Prozessen und Arbeitsweisen eines Industrieunternehmens vertraut gemacht werden.
Erfolgreiche Kooperation zwischen ATAG und Wittenstein bastian - Innovatives Projekt zur technischen Ausbildung
Eine Kooperation im Bereich der Ausbildung ist von der KS Aluminium-Technologie GmbH in Neckarsulm und der Wittenstein bastian GmbH mit Sitz in Fellbach beschlossen und in einem Pilotprojekt umgesetzt worden. Die Wittenstein bastian GmbH, ein Unternehmen der Wittenstein AG, ist ein Spezialist auf dem Gebiet der Verzahnungstechnologie und fertigt Stirnräder, Kegelräder und Module zur Innenverzahnung.
Gestartet wurde das gemeinsame Projekt mit einem gegenseitigen Austausch von Auszubildenden. Zwei Auszubildende von Wittenstein bastian besuchten eine Woche lang das Neckarsulmer Unternehmen und bekamen einen Einblick in die Bereiche Gießerei, Produktion und Instandhaltung. Sie erlebten hautnah die Herstellung von Zylinderkurbelgehäusen und erfuhren, welche Anforderungen an einen Serienlieferanten der Automobilindustrie gestellt werden. Im Gegenzug waren zwei Auszubildende aus Neckarsulm eine Woche im Fellbacher Unternehmen. Die Abläufe und Bedingungen einer mechanischen Bearbeitung auf dem Gebiet der Verzahnungstechnik zu sehen, war für beide Auszubildende eine neue und interessante Erfahrung.
Ziel dieser Kooperation ist es, Erfahrung und Verständnis für unterschiedliche Fertigungsverfahren zu erhalten und spezifische Lösungstechniken für Probleme zu erarbeiten. Das bringt entscheidende Vorteile beim späteren Umgang mit Kollegen, Maschinen und Anlagen. Das gegenseitige Kennen-
lernen fördert zudem das Verständnis für die Arbeit und die Herausforderungen der Kollegen in anderen Betrieben.
Die Netzwerkbildung unterschiedlicher Ausbildungsbetriebe zeigt neue Wege in der Ausbildung auf und fördert die soziale Verantwortung der jungen Mitarbeiter. Dadurch ergibt sich eine Qualitäts-
steigerung der Ausbildung auf beiden Seiten.
Ausbildungskooperation zwischen VW Chemnitz und Pierburg Pump Technology
Die zur KSPG-Gruppe gehörende Pierburg Pump Technology GmbH (PPT) in Hartha (Döbeln) kooperiert bei der Ausbildung ihres Nachwuchses mit dem Standort Chemnitz der Volkswagen AG und erhöht damit die Zahl seiner Ausbildungsplätze.
Hintergrund dieser Zusammenarbeit mit dem Volkswagen-Bildungsinstitut, die jetzt in einem Verbundvertrag festgehalten wurde, ist eine kombinierte Ausbildung, die abschnittsweise bei VW in Chemnitz wie auch bei PPT in Hartha stattfinden wird. Das 1991 gegründete VW-Bildungsinstitut gilt als sächsisches Kompetenzzentrum für Berufsausbildung, Weiterbildung und Beratung und ist unter anderem Partner der internationalen Automobil- und Zulieferindustrie. Es beschäftigt rund 100 Mitarbeiter.
Der im Landkreis Döbeln ansässige Elektromotoren- und Pumpenhersteller kann diese neuartige modulare Ausbildung insgesamt elf neuen Auszubildenden anbieten. In den Folgejahren bis 2013 wird sich die Zahl der im Werk Hartha angebotenen Ausbildungsplätze weiter auf 33 erhöhen. Angeboten werden die Berufsbilder Mechatroniker, Zerspanungsmechaniker und Werkstoffprüfer. Mobilen jungen Menschen, die diese fundierte Ausbildung bei einem führenden deutschen Automobilhersteller nutzen wollen, bietet diese Kombination eine in der Region Hartha nicht alltägliche Chance.
Der PPT-Betrieb in Hartha arbeitet praktisch an den gleichen Maschinen, die auch im Ausbildungszentrum von VW eingesetzt werden. VW sichert den Mitarbeitern damit einen Ausbildungsstand, der sich an der aktuellen und künftigen Maschinentechnik orientiert und das macht schon während aber vor allem nach der Ausbildung vieles leichter.
Nach dem Abschluß der drei bis dreieinhalb Jahre dauernden Ausbildung stehen die Chancen für eine Weiterbeschäftigung bei Pierburg Pump Technology nicht schlecht, denn auch in den vergangenen Jahren sind alle Auszubildenden übernommen worden. Diese Zuversicht ist nicht zuletzt durch die Spezialisierung des Betriebes an der Sonnenstraße begründet, denn in Hartha werden elektrische Kühlmittelpumpen unterschiedlicher Größe und Leistung hergestellt, die auch in künftigen Motorenkonzepten wie Hybriden beziehungsweise in Elektrofahrzeugen oder Brennstoff-
zellenantrieben zum Einsatz kommen.
Der Standort Hartha machte die internationale Fachwelt 2004 auf sich aufmerksam, als hier die erste vollelektrische Kühlmittelpumpe für die 6-Zylindermotoren von BMW in Produktion ging. Mittlerweile als Millionseller wird außerdem eine in Hartha selbst entwickelte Wasserumwälzpumpe hergestellt, die für verschiedene Kühlaufgaben am Motor beziehungsweise im Fahrzeug eingesetzt wird.
Experimente im Chemieunterricht
Seit November 2010 können die Schüler der Grund- und Hauptschule Unterlüß chemische Phänomene – beispielsweise eine Geheimtinte aus Zitronensaft – durch eigenes Experimentieren erleben. Möglich macht dies ein Experimentierkasten mit Chemie-Versuchen für den Sachunterricht.
Mit dem Projekt „Experimentierkasten – Mein erstes Chemiepraktikum“ leistet die Rheinmetall Waffe Munition GmbH (RWM) einmal mehr einen Beitrag, die frühkindliche Begeisterung für naturwissen-
schaftliche Fragen zu fördern. Zielsetzung ist es, die Grundschullehrkräfte bei der Integration chemischer Themen in den Sachunterricht zu unterstützen und ihnen ein „Werkzeug“ zur Verfügung stellen, mit dem sie spannende Experimente mit ihren Schülern durchführen können. Die Bildungs-
einrichtung mit ihren derzeit insgesamt 250 Schülern erhält mit dem Experimentierkasten gleichzeitig die dazugehörige Schutzbekleidung; damit die Kinder auch langfristig experimentieren können, wird die Partnerschule im Anschluss darüber hinaus mit den hochwertigen Verbrauchsmaterialien ausgestattet.
Die Partnerschaft zwischen Schule und Industrie leistet einen unmittelbaren Beitrag zur besseren Qualifizierung zukünftiger Arbeitskräfte – ganz abgesehen davon, dass sich junge Menschen und potentieller Ausbildungsbetrieb bzw. zukünftiger Arbeitgeber schon im Vorfeld eines möglichen beruflichen Einstiegs wechselseitig „beschnuppern“ können.
Apropos Kennenlernen: Inhaltlich bietet die mittlerweile zweijährige Kooperation den Schülern verschiedene Möglichkeiten, die Arbeit der RWM am Standort Unterlüß und insbesondere die Tätigkeiten von Auszubildenden selbst zu erleben. Die erste Begegnung mit dem Unternehmen erfolgt zumeist in der 7. oder 8. Klasse im Rahmen einer Betriebserkundung im Klassenverband. Bei dieser Gelegenheit werden Einblicke in verschiedene Arbeitsbereiche gewährt, wobei insbesondere Arbeitsplätze von Auszubildenden vorgestellt werden. Besondere Bedeutung kommt bei den Betriebserkundungen stets auch der Besichtigung der Ausbildungswerkstatt zu, in der sämtlichen Auszubildenden die Grundfertigkeiten in der Metallbearbeitung vermittelt werden.
In der 8. und 9. Klasse haben interessierte Jugendliche dann die Möglichkeit, während eines zweiwöchigen Betriebspraktikums in einem bestimmten Bereich des Unternehmens erste praktische Erfahrungen zu sammeln. Für Absolventen der 9. und 10. Klasse besteht schließlich das Angebot so genannter Praxistage: Dabei verbringen die jungen Leute ein halbes Jahr lang einen Tag pro Woche in der Ausbildungswerkstatt und absolvieren Aufgaben aus dem Ausbildungsstoff des ersten Ausbildungsjahres.
Genau hier offenbart sich die langfristig ausgerichtete Zielsetzung der Aktion, mit der RWM im Übrigen gleichzeitig die seit Dezember 2008 mit der Grund- und Hauptschule Unterlüß bestehende Kooperation konsequent weiter vertieft. Ziel der Zusammenarbeit ist es in erster Linie, die Schülerinnen und Schüler der Hauptschule Unterlüß beim Prozess der beruflichen Entscheidung und beim Übergang in das Arbeitsleben durch eine reale Begegnung mit der Arbeitswelt zu unterstützen. Die jungen Menschen erhalten im Rahmen verschiedener Maßnahmen und Angebote Einblicke in die Berufswelt, die neue Perspektiven für die eigene Berufswahl bieten können.