Kultur
Die Rheinmetall-Gesellschaften sind ihren Standorten stark verbunden und engagieren sich daher unter anderem in kulturellen Projekten direkt vor Ort. Im Unternehmensbereich Defence fördert beispielsweise Rheinmetall Waffe Munition das in Unterlüß gelegene Albert-König-Museum. Die Rheinmetall AG unterstützt im Rahmen der Kulturförderung Fördervereine von Opernhäusern und Museen, den Event „Altstadtherbst“ in Düsseldorf sowie die Restaurierung von Denkmälern.
Videokünstler Stephan Zirwes bringt Medienkunst in die Unternehmerstadt –
Lighthouse leuchtet jetzt auch von innen
Kunst und Kreativität gehören zusammen, erst recht, wenn sie den Arbeitsalltag von vielen Menschen verbessern können. Leuchtendes Vorbild für diese Allianz ist das Lighthouse in Düsseldorf, eigentlich ein Büro- und Verwaltungsgebäude, jetzt aber schon fast ein Gesamtkunstwerk. Der Architekt Thomas Pink vom Düsseldorfer Architekturbüro Petzinka Pink Architekten setzte bereits im Entwurf Licht als markenbildendes Gestaltungselement ein. Diesen Ansatz hat der Videokünstler Stephan Zirwes nun aufgegriffen und das Lichtkonzept der Fassade um eine Installation im Foyer des Lighthouse erweitert. Die Fassade des Neubaus wurde mit schmalen LED-Lichtbändern ausgestattet, die das Gebäude zu dem Blickfang in der Unternehmerstadt werden lassen. Farbvariationen und die individuell einstellbare Leuchtkraft der Bänder übernehmen die Macht über die Fassade. Der Architekt Thomas Pink hat sensibel auf die Bedürfnisse der Anwohner und Nachbarn reagiert und zugleich die inspirierende Arbeits-Atmosphäre für die Mieter veranschaulicht. In Analogie zum Fassadenkonzept gestaltet der Videokünstler und Fotograf Stephan Zirwes für das Foyer des Lighthouse eine Medienwand. Für das Design der Monitorwand und dem dafür kreierten Kunst-Film griff Zirwes seine visuellen Ideen von Licht, Farbe, Form und Bewegung der Fassade auf und transportiert sie ins Innere des Gebäudes. Die zahlreichen Monitore auf der Medienwand erinnern an „Fenster“ und machen das Foyer zum „Zimmer mit Aussicht“. Die Videoinstallation ist darüber hinaus ein interessantes Beispiel für die Verknüpfung von Kunst, Kreativität und Mode und damit beispielhaft für den Mode- und Kreativstandort Düsseldorf.
Erlebnismuseum mit dem „Blick zurück“
Seit Juni 2008 hat das bayerische Waldkraiburg am Inn eine neue Museumsattraktion: den
„Bunker 29“. Das Gebäude, das für dieses außergewöhnliche Museumsprojekt ausgewählt worden ist, stammt aus den vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts und war eines von mehr als 400 Bauwerken des Werks Kraiburg der Deutschen Sprengchemie. Hier wurde von 1939 bis 1945 Pulver für Munition produziert.
Es ist der einzige Bunker, der weitestgehend im Originalzustand erhalten ist. Um dem Gebäude von außen etwas Besonderes zu verleihen, ist die Fassade des Bunkers zweigeteilt. Auf der einen Seite ist er mit Tarnung und Bepflanzung dem Zustand während des Zweiten Weltkrieges angepasst. Die andere Hälfte zeigt das Gebäude, wie es aussah, als die Vertriebenen es in der Nachkriegszeit nutzten.
Etwa zwei Jahre hat es gedauert, das außergewöhnliche Konzept für das Erlebnismuseum im oberbayerischen Waldkraiburg von der Industriegemeinschaft unter Mithilfe des Büros für Technikgeschichte in München zu entwickeln und mit Werkstatt für Gestaltung aus Augsburg zu realisieren.
In den sechs Räumen des Bunkers werden Episoden aus der Waldkraiburger Kriegs- und Nachkriegsgeschichte behandelt. Andere Räume zeigen die friedliche Umnutzung des Bunkers nach dem Kriegsende. Viele Ausstellungsstücke hat die Industriegemeinschaft Waldkraiburg-Aschau von ortsansässigen Firmen und Privatleuten bekommen, auch von der Nitrochemie Aschau GmbH. Denn das Museum wirft auch einen Blick auf die besondere Geschichte der Industrie in Waldkraiburg und Aschau: auf deren Vorgeschichte zur Zeit des Pulverwerkes, vor allem aber auf die spezielle Aufbauleistung der Waldkraiburger Unternehmen und der Bevölkerung in der Nachkriegszeit bis hin zu einem Ausblick auf den heutigen wirtschaftlichen Stand der Region.
Im ersten Raum ist beispielsweise die ursprüngliche Funktion des Gebäudes mit einer Knet-
maschine aus der Pulverherstellung rekonstruiert. Diese wurde von der Nitrochemie Aschau GmbH restauriert und dem Museum zur Verfügung gestellt. In einer Vitrine finden sich außerdem weitere Exponate des Unternehmens aus der Rheinmetall-Defence-Gruppe: Treibladungspulver, ein Treibladungsmodul, Zugprüfkörper für Silikonhärter, eine Silikonkartusche mit einer Versuchszubereitung und Kolben mit chemischen Zwischenprodukten.
122 Jahre Rheinmetall
Das Rheinmetall-Archiv kann von der Entwicklung des Rheinmetall-Konzerns in 122 Jahren beredtes Zeugnis ablegen. Das 1889 in Düsseldorf durch den Ingenieur Heinrich Ehrhardt gegründete Unternehmen Rheinmetall ist heute ein moderner Technologiekonzern, der in den Bereichen Defence und Automotive tätig ist. Im Rheinmetall-Archiv findet der interessierte Besucher zahlreiche Archivalien – Urkunden und Verträge, Protokolle, Korrespondenzsammlungen, Prospekte, Zeitschriften, Pläne und Zeichnungen sowie zahlreiche Fotos und Filme – aus den heutigen und historischen Unternehmensbereichen Maschinenbau, Automobiltechnik, Elektronik und Wehrtechnik.
Neben den Konzernakten werden auch zahlreiche Unterlagen aktueller und früherer Tochtergesellschaften aufbewahrt. Aus dem Raum Düsseldorf, Neuss und Ratingen besonders interessant: Jagenberg, Pierburg, Benz & Hilgers, Tornado oder Malmedie. Dabei sind Firmenamen, die man heute gar nicht mehr kennt, die aber dennoch ihre Spuren hinterlassen haben. Im Rheinmetall-Archiv werden viele Unternehmen, an die sich heute viele nicht mehr erinnern können, wieder lebendig.
Als zentrale Anlaufstelle für alle historischen Fragen im Unternehmen sucht, sichert und dokumentiert das Archiv unternehmensgeschichtlich bedeutsame Quellen: Akten, Schriftwechsel, Fotos, Präsentationen, Plakate und vieles mehr. Für Benutzer ist das Rheinmetall-Archiv zu Forschungszwecken nach Terminvereinbarung zugänglich. Da sich das Archiv im Besitz eines privaten Unternehmens befindet, bedarf die Einsicht in die Unternehmensakten der Genehmigung durch die Rheinmetall AG.
Das Zentralarchiv des Rheinmetall-Konzerns nimmt regelmäßig an den Veranstaltungen zum „Tag der Archive“ in Düsseldorf teil. Der Beitrag von cl Historia am 5. Tag der Archive im März 2010 stand unter der Überschrift: Der Standort Derendorf im Wandel der Zeiten.
2001 wurde erstmalig der Tag der Archive vom Verband der Deutschen Archivarinnen und Archivare ausgerufen. Seitdem hat sich in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt ein fester Arbeitskreis gebildet, der sich um die intensive Pflege des kollektiven Gedächtnisses unserer Stadt bemüht.
In Düsseldorf stellen sich rund 20 Archive, unter ihnen auch das Rheinmetall-Archiv, in einer Gemeinschaftsausstellung einer historisch interessierten Öffentlichkeit vor. Den Bürgern stehen die Beiträge staatlicher und kommunaler Archive (z.B. Hauptstaatsarchiv und Theatermuseum), von Kirchenarchiven (z.B. Evangelische Kirche im Rheinland), Wirtschaftsarchiven (z.B. Rheinmetall, Henkel oder EON) sowie Vereinsarchiven (z.B. Benrather Heimatarchiv) mit Auskünften und ausgewählten Exponaten zur Verfügung.
Die Ausstellungen werden von einem publikumwirksamen Rahmenprogramm begleitet. Besucher können zum Beispiel alte Briefe der Großeltern zur Entzifferung mitbringen. Das Stadtarchiv bietet an, Sütterlinschrift lesen und schreiben zu lernen.